Anschlag auf Demo-Bus in Cottbus

In der Nacht vom Sonntag auf Montag wurde mitten in Cottbus ein Anschlag auf einen Reisebus verübt, der Zubringerdienste für eine antirassistische Demonstration in der Stadt geleistet hatte.  Die Demonstration am Samstag stand unter dem Motto „Frauen gemeinsam gegen Rassismus und Ungerechtigkeit“ und war wesentlich von der MigrantInnen-Gruppierung „Women in Exile“ organisiert worden. Etwa 200 TeilnehmerInnen, ein großer Teil von ihnen Geflüchtete, zogen anlässlich des Internationalen Frauentages durch die Cottbusser Innenstadt. Der Bus, der die DemonstrantInnen aus Berlin bzw. vom Cottbusser Bahnhof hergebracht hatte, stand am Ende der Abschlusskundgebung auf dem Oberkirchplatz für den Rücktransport bereit, ließ sich dann aber wegen eines Schadens in der Elektrik nicht mehr starten. Nachdem alle Versuche vergeblich blieben, zogen die DemonstratInnen zum Bahnhof und mussten den Bus auf dem Marktplatz zurücklassen, von wo er am Montagmorgen abgeholt werden sollte. Es kam jedoch nicht dazu; die Polizei informierte den Halter in der Nacht , dass sie den vollständig demolierten Bus am Montagmorgen wegschleppen lassen würde.

Der Bus gehört dem Buckower Verein „Chance e.V.“ und wurde im Rahmen eines Projektes der Robert-Bosch-Stiftung „Neulandgewinner“ angeschafft. Er soll dazu dienen, gemeinsame Unternehmungen von Geflüchteten und Einheimischen zu ermöglichen, z.B. sie zu Kulturveranstaltungen oder eben, wie in diesem Fall, zu politischen Ereignissen zu bringen. Nun sind die Fenster der einen Hälfte eingeschlagen und Bauschaum ist in den Tank gesprüht worden. Damit ist die viel genutzte Möglichkeit, den Aktionsradius und damit die Sichtbarkeit von Geflüchteten zu erweitern, bis auf weiteres zerstört. Es ist fraglich, ob die geschätzte Summe von 10.000 Euro für Abtransport und Reparatur des Busses aufgebracht werden kann.

Imma Harms (Teilnehmerin an Busfahrt und Demonstration)